Europäische Alternativen zu PayPal
PayPal ist als Zahlungsmittel weit verbreitet, sitzt aber in den USA und ist für viele Händler teuer und in Sachen Datenhoheit heikel. Wer Zahlungen annehmen will, findet in Europa regulierte Anbieter mit EU-Datenverarbeitung, transparenten Gebühren und allen gängigen Zahlarten.
Warum eine Alternative suchen?
Häufige Gründe sind niedrigere und transparentere Transaktionsgebühren, Zahlungsabwicklung durch ein in der EU lizenziertes und beaufsichtigtes Institut sowie eine breitere Auswahl europäischer Zahlarten (SEPA, Sofort/Bancontact, iDEAL). Hinzu kommt der Wunsch nach weniger Abhängigkeit von einem US-Konzern.
Worauf du bei einer Alternative achten solltest
- In der EU lizenziertes Zahlungsinstitut (EMI/PSP) und beaufsichtigt
- Unterstützte Zahlarten (SEPA-Lastschrift, Kreditkarte, iDEAL, Bancontact …)
- Transparente Gebühren ohne versteckte Kosten
- Einfache Integration (Plugins/Checkout) oder API
- Datenverarbeitung in der EU, AV-Vertrag (AVV/DPA) verfügbar
Die besten europäischen Alternativen im Überblick
Sortiert nach Eignung als Ersatz für das gesuchte Tool. Der Souveränitäts-Score bewertet unabhängig davon, wie europäisch und datensouverän ein Anbieter ist – beide Werte können daher voneinander abweichen.

Niederländischer Zahlungsanbieter mit EU-Lizenz und EU-Datenverarbeitung – europäische Alternative zu Stripe und PayPal.
Niederländische Enterprise-Zahlungsplattform mit europäischer Banklizenz – Online, In-Store und Marktplatz-Zahlungen aus einer Hand.
Litauisches E-Geld-Institut aus Vilnius für Konten, Zahlungen und Zahlungsannahme – EU-lizenziert, Daten im EWR.
Vergleichstabelle
Die Top-Anbieter im Detail
Mollie ist ein niederländischer Payment-Service-Provider aus Amsterdam, der Online- und Vor-Ort-Zahlungen für europäische Händler abwickelt. Das Unternehmen ist von der niederländischen Zentralbank als E-Geld-Institut lizenziert und über EWR-Passporting im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (plus UK und Schweiz) tätig. Mollie deckt gängige europäische Zahlarten ab – Karte, SEPA-Lastschrift, iDEAL, Bancontact, PayPal u. a. – und verarbeitet Zahlungsdaten laut Anbieter in europäischen Rechenzentren unter EU-Jurisdiktion. Die Preise sind transaktionsbasiert und transparent, meist ohne Grundgebühr. Damit ist Mollie eine praxistaugliche europäische Alternative zu Stripe oder PayPal.
Stärken
- EU-Lizenz (E-Geld-Institut) und Zahlungsabwicklung in der EU/EWR
- Breite europäische Zahlarten (iDEAL, Bancontact, SEPA, Karte)
- Transparente, transaktionsbasierte Preise ohne Grundgebühr
- Einfache Integration in gängige Shop- und Plattformsysteme
Schwächen
- Nicht quelloffen, kein Self-Hosting (Payment-SaaS)
- Nur für Unternehmen aus EWR, UK und der Schweiz
- Weniger Entwickler-Plattform-Tiefe als der US-Marktführer
Adyen ist ein niederländischer Zahlungs- und Fintech-Konzern aus Amsterdam, der Online-, In-Store- und Marktplatz-Zahlungen auf einer Plattform vereint. Adyen ist an der Euronext gelistet und verfügt über eine eigene europäische Banklizenz (Acquiring-Bank), was tiefe Kontrolle über die Zahlungskette gibt. Die Plattform ist auf größere, oft international tätige Unternehmen und hohe Transaktionsvolumina ausgelegt und rechnet transparent über Interchange++ ohne Grundgebühr ab. Als europäischer Anbieter mit EU-Datenverarbeitung ist Adyen eine souveränitätsfreundliche Alternative zu US-Zahlungsplattformen – vor allem für Enterprise- und Omnichannel-Setups.
Stärken
- Europäische Banklizenz (Acquiring-Bank), tiefe Zahlungskette
- Online-, In-Store- und Marktplatz-Zahlungen auf einer Plattform
- Transparente Interchange++-Abrechnung ohne Grundgebühr
- Auf hohe Volumina und internationale Unternehmen ausgelegt
Schwächen
- Nicht quelloffen, kein Self-Hosting
- Stark auf größere Unternehmen ausgerichtet – für kleine Shops oft zu komplex
- Mindestanforderungen und Integrationsaufwand höher als bei SMB-PSPs
Paysera ist ein europäisches Fintech aus Litauen, das Konten (IBAN), internationale Überweisungen, Währungstausch und Zahlungsannahme für Unternehmen bündelt. Betreiber ist Paysera LT, UAB, ein von der Bank von Litauen beaufsichtigtes E-Geld-Institut (Lizenz LB000251, erste E-Geld-Lizenz Litauens 2012). Für Online-Shops gibt es Checkout-Integrationen, dazu Karten, Masszahlungen und eine App. Personenbezogene Daten werden nach Anbieterangaben im EWR verarbeitet; das Preismodell ist transaktionsbasiert, das Konto selbst grundsätzlich kostenlos. Als reguliertes EU-Zahlungsinstitut ist Paysera eine souveräne Alternative zu US-geprägten Zahlungsdienstleistern – jedoch nicht quelloffen.
Stärken
- In der EU lizenziertes und beaufsichtigtes E-Geld-Institut (Bank von Litauen)
- Datenverarbeitung im EWR
- Breites Leistungsspektrum: Konto, Zahlungsannahme, Währungstausch
- Transparentes, transaktionsbasiertes Preismodell
Schwächen
- Nicht quelloffen
- Einzelne Partnerübermittlungen in Drittländer (über EU-Standardvertragsklauseln)
- Weniger Enterprise-Features als große internationale PSPs
- ISO-27001-Status nicht öffentlich bestätigt
Migrationsaufwand
| Anbieter | Migrationsaufwand | Passung |
|---|---|---|
| Mollie | gering | 90/100 |
| Adyen | mittel | 85/100 |
| Paysera | gering | 78/100 |
Wann sich ein Wechsel lohnt
Ein Wechsel lohnt sich, wenn du im Online-Shop viele europäische Zahlarten brauchst, Gebühren senken willst oder Wert auf einen EU-regulierten Anbieter legst. Mollie ist für kleine und mittlere Shops besonders naheliegend, Adyen für größere Volumina.
Wann du beim bisherigen Tool bleiben kannst
Wenn du gezielt die PayPal-Käufergemeinde und den PayPal-Käuferschutz als Verkaufsargument brauchst, kannst du PayPal ergänzend anbieten – viele europäische Anbieter integrieren PayPal ohnehin als eine Zahlart neben anderen.
Häufige Fragen
Sind europäische Zahlungsanbieter genauso sicher wie PayPal?
Kann ich PayPal trotzdem als Zahlart anbieten?
Der Souveränitäts-Score ist eine redaktionelle Orientierungshilfe, keine Rechtsberatung. So bewerten wir.